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Kann ein KI-Assistent dein Produkt nutzen? So machst du es bereit für KI-Agenten

Finde heraus, ob ein KI-Assistent dein Produkt heute nutzen kann, und wie du ihm einen Ablauf sicher öffnest, zuerst nur lesend. Die ersten Prüfungen dauern eine Stunde.

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Die kurze Antwort

Ein KI-Assistent kann dein Produkt nur über eine Schnittstelle nutzen, die für ihn gemacht ist. Der offene Standard dafür ist das Model Context Protocol (MCP), eine Art USB-C-Anschluss zwischen KI-Anwendungen und fremden Systemen. Du öffnest nicht das ganze Produkt auf einmal. Wähle einen Ablauf, prüfe, ob du schon eine dokumentierte API hast, beginne mit Werkzeugen, die nur lesen, beschreibe jedes Werkzeug klar, binde den Zugriff an die Logins und Grenzen, die dein Produkt schon kennt, und lass bei allem, was Daten ändert, Nachrichten sendet oder Geld ausgibt, einen Menschen entscheiden. Teste dann mit einem echten KI-Client und einer echten Person.

In unter einer Minute gesehen

Ein kurzes Video zum Problem und seiner Lösung. Die Untertitel sind im Video.

Für wen diese Anleitung ist

Du betreibst ein Webprodukt, einen Onlineshop, ein Buchungssystem oder ein internes Werkzeug, und deine Kundschaft oder dein Team bittet inzwischen einen KI-Assistenten, Dinge in den Werkzeugen zu erledigen, die sie nutzen. Vielleicht hat jemand gefragt, ob dein Produkt mit seinem Assistenten funktioniert. Vielleicht willst du das Produkt sein, bei dem es funktioniert.

Du musst dich mit KI nicht auskennen, um anzufangen. Die ersten Schritte sind Entscheidungen und Prüfungen. Die Schnittstelle selbst baut jemand, der die API deines Produkts kennt.

Was „bereit für KI-Agenten“ heisst

Ein KI-Assistent kann nicht wie ein Mensch durch deine Website klicken. Er braucht eine festgelegte Liste von Aktionen, die er ausführen darf, mit einer klaren Beschreibung zu jeder. Der offene Standard für diese Liste ist das Model Context Protocol (MCP). Seine Autoren beschreiben es als USB-C-Anschluss für KI-Anwendungen: ein einheitlicher Weg, sie mit Datenquellen, Werkzeugen und Abläufen zu verbinden.

In MCP betreibt dein Produkt einen Server, der Werkzeuge (Tools) anbietet. Der Assistent fragt den Server nach der Liste der Werkzeuge und ruft dann die auf, die er braucht. Laut der Spezifikation zu Tools (Version 2025-06-18) hat jedes Werkzeug einen eindeutigen Namen, eine Beschreibung und ein JSON-Schema für seine Eingaben. Werkzeuge sind dafür gedacht, vom Modell gesteuert zu werden, wobei ein Mensch Aufrufe ablehnen kann. „Bereit für KI-Agenten“ heisst also: wenige, gut beschriebene Werkzeuge, geschützt durch dieselben Zugriffsregeln wie der Rest deines Produkts.

So findest du heraus, was du brauchst

  • Du hast gar keine API. Fang dort an. Eine Agenten-Schnittstelle verpackt, was dein Produkt schon über eine API kann. Baue und dokumentiere also zuerst die API. Weiter mit Schritt 2.
  • Du hast eine API, aber ausserhalb nutzt sie niemand. Du kannst gleich starten. Weiter mit den Schritten 1, 3 und 4.
  • Kundschaft fragt schon nach einer Anbindung an ihren Assistenten. Nimm den einen Ablauf, nach dem am häufigsten gefragt wird. Weiter mit Schritt 1.
  • Dein Produkt ändert Geld, Bestellungen oder Kundendaten. Plane Berechtigungen und Bestätigungen vor allem anderen. Weiter mit den Schritten 5 und 6.
  • Du willst nur, dass KI-Suche deine Website findet und richtig beschreibt. Das ist eine andere, kleinere Aufgabe: saubere Struktur und strukturierte Daten. Dafür brauchst du keinen MCP-Server.

Schritte

  1. Wähle einen Ablauf, nicht das ganze Produkt. Schreib die eine Frage oder Aufgabe auf, die ein Assistent für deine Kundschaft erledigen soll, zum Beispiel „Wo ist meine Bestellung?“, „Was ist auf meinem Konto noch offen?“ oder „Buche mir nächste Woche einen Termin“. Wähle einen Ablauf mit klarem Anfang und klarem Ergebnis. Ein enger erster Ablauf ist schneller gebaut, leichter getestet und einfacher zu erklären.

  2. Prüfe, ob du eine dokumentierte API hast. Liste die API-Aufrufe hinter diesem Ablauf auf. Wenn es sie gibt, prüfe, ob sie dokumentiert sind und ob ein Test fehlschlägt, sobald Dokumentation und Code auseinanderlaufen. Wenn es sie nicht gibt, ist das die erste Arbeit. Eine Agenten-Schnittstelle ist eine dünne Schicht über der API, eine schwache API ergibt also eine schwache Schnittstelle.

  3. Beginne mit Werkzeugen, die nur lesen. Starte mit Werkzeugen, die etwas nachschlagen und nichts ändern. Sie lassen sich am sichersten anbieten und decken schon viele nützliche Fragen ab. Werkzeuge, die schreiben, kommen erst dazu, wenn die lesenden eine Weile im echten Einsatz funktioniert haben.

  4. Benenne und beschreibe jedes Werkzeug für ein Modell, und halte die Liste kurz. Gib jedem Werkzeug einen schlichten Namen, eine Beschreibung, wann man es braucht, und ein Eingabeschema nur mit den nötigen Feldern. Halte die Zahl der Werkzeuge klein. Aus einer kurzen, fokussierten Liste kann ein Assistent leichter wählen als aus einer langen mit überlappenden Werkzeugen.

  5. Binde den Zugriff an die Logins und Grenzen, die du schon hast. Die Werkzeuge sollen mit den Berechtigungen des Aufrufers handeln und nichts zeigen, was der Aufrufer in deinem Produkt nicht sehen könnte. Die Spezifikation verlangt von Servern, alle Eingaben zu prüfen, Zugriffskontrollen umzusetzen, Aufrufe zu begrenzen und Ausgaben zu bereinigen. Nimm dieselben Tokens oder Logins wie für deine API und gib dem Assistenten nie mehr, als eine Person in dieser Rolle hätte.

  6. Lass bei allem, was etwas verändert, einen Menschen entscheiden. Die Spezifikation sagt, dass immer ein Mensch einen Werkzeugaufruf ablehnen können soll und dass Anwendungen bei heiklen Vorgängen um Bestätigung bitten sollen. Für dein Produkt heisst das: Alles, was Daten ändert, jemandem eine Nachricht sendet oder Geld ausgibt, braucht die ausdrückliche Zustimmung der Nutzerin oder des Nutzers, und jede solche Aktion lässt sich danach nachvollziehen.

  7. Gib klare Fehlermeldungen zurück. MCP trennt Protokollfehler, etwa ein unbekanntes Werkzeug, von Fehlern bei dem, was das Werkzeug getan hat. Letztere kommen im Ergebnis mit isError auf true zurück. Schreib den Fehlertext so, dass ein Assistent damit weiterkommt, zum Beispiel „keine Bestellung mit dieser Nummer“ statt „Fehler 500“.

  8. Protokolliere, was der Assistent getan hat. Halte fest, welches Werkzeug von welchem Konto wann aufgerufen wurde, ohne die privaten Inhalte der Anfragen zu speichern. Clients wird ebenfalls empfohlen, Werkzeugnutzung zu protokollieren, aber auf dein eigenes Protokoll kannst du dich verlassen.

  9. Teste mit einem echten KI-Client und einer echten Person. Verbinde den Server mit einer KI-Anwendung, die MCP unterstützt, und stell deine Ablauffrage in normalen Worten. Schau dann einer Kundin oder einem Kollegen dabei zu. Notiere, wo der Assistent das falsche Werkzeug wählt, und verbessere die Beschreibungen, bevor du Funktionen ergänzt.

  10. Schreib auf, wie man sich verbindet, und halte die Schnittstelle aktuell. Veröffentliche eine kurze Seite mit der Adresse des Servers, dem Weg zum Zugang und der Liste der Werkzeuge samt Wirkung. Prüfe die Liste bei jeder Änderung am Produkt. Die Spezifikation erlaubt einem Server auch, Änderungen an seiner Werkzeugliste anzukündigen.

Wann du Hilfe holen solltest

Hol dir jemanden mit Erfahrung dazu, wenn:

  • du noch keine dokumentierte API hast oder sie nicht verlässlich genug ist, um darauf zu bauen
  • der Ablauf Daten, Bestellungen oder Geld ändert und du Berechtigungen und Freigaben prüfen lassen willst
  • du viele Kunden aus einem System bedienst und jeder nur seine eigenen Daten sehen darf
  • die Schnittstelle auf einer Plattform laufen soll, die du schon nutzt, etwa Cloudflare, ohne mehr zu bezahlen als nötig
  • eine Kundin oder ein Partner auf eine Anbindung wartet und du zuerst eine funktionierende Version mit Festpreis und Liefertermin willst

Lieber Unterstützung?

Du kannst alles selbst umsetzen. Wenn du es lieber abgibst, buche den kostenlosen 30-Minuten-Videocall und bring die Adresse der Seite mit dem Formular und das Ergebnis deines Tests mit. Oder schreib mir einfach.